Koordinierungsstelle für nachhaltige Besucherlenkung im Leipziger Neuseenland (KoNaBe)
Worum geht es in diesem Projekt?
Projektvorstellung
Das Leipziger Neuseenland ist ein besonderer Natur- und Erholungsraum. Wo früher Braunkohle abgebaut wurde, sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Seen und wertvolle Naturräume entstanden. Heute bieten sie vielfältige Möglichkeiten für Erholung und Freizeit, wie zum Beispiel Baden, Wassersport, Radfahren oder Spazierengehen.
Mit der zunehmenden Nutzung wachsen jedoch auch die Herausforderungen und unterschiedliche Interessen treffen aufeinander: Während Menschen die Landschaft zur Erholung nutzen möchten, benötigen empfindliche Tier- und Pflanzenarten ungestörte Rückzugs- und Lebensräume. Besonders sensible Uferbereiche werden teilweise betreten oder mit Booten befahren, was diese wertvollen Lebensräume beeinträchtigt, ebenso wie Müllablagerungen, Lagerfeuer oder andere Störungen.
Wie können Naturschutz und Erholung also miteinander funktionieren?
Genau hier setzt die Koordinierungsstelle für nachhaltige Besucherlenkung im Leipziger Neuseenland an. Sie bringt unterschiedliche Akteure zusammen und entwickelt gemeinsam Lösungen für einen naturverträglichen Umgang mit der Seenlandschaft. Ziel ist es, die wertvollen Naturräume zu schützen und gleichzeitig eine attraktive und verantwortungsvolle Erholungsnutzung zu ermöglichen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Nachhaltiger Naturschutz gelingt nur gemeinsam. Deshalb vernetzt die Koordinierungsstelle relevante Akteur:innen aus der Region – darunter Kommunen, Fachbehörden, Tourismusverbände, Eigentümer:innen, ehrenamtlich Engagierte sowie Anwohner:innen und Erholungssuchende. Durch gemeinsame Netzwerktreffen sollen die Besucherlenkungskonzepte und Kommunikationsmaßnahmen für eine naturverträgliche Nutzung der Seen gemeinsam abgestimmt und entwickelt werden werden.
Die Koordinierungsstelle möchte damit ein Miteinander fördern, bei dem Naturschutz und Erholung nicht als Gegensätze verstanden werden, sondern gemeinsam gedacht und gestaltet werden. Das Leipziger Neuseenland soll ein Ort bleiben, an dem Menschen die Natur in ihrer Vielfalt erleben können und gleichzeitig dazu beitragen, sie zu bewahren und den Tier- und Pflanzenarten ihren Raum lassen.
Mitmachaktionen und Exkursionen
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit sind ebenso wichtige Bestandteile des Projekts. Exkursionen, Informationsveranstaltungen sowie Mitmachaktionen sollen für sensible Naturbereiche sensibilisieren, ökologische Zusammenhänge verständlich vermitteln und das Bewusstsein für einen rücksichtsvollen Umgang mit der Landschaft stärken.
Hier (Verlinkung) kannst du unsere nächsten Veranstaltungen sehen.
Welche Seen umfasst das Projekt?
Gebietskulisse
Im Mittelpunkt stehen die Seen des Leipziger Neuseenlandes im Südraum Leipzig: Cospudener See, Markleeberger See, Störmthaler See, Zwenkauer See, Bockwitzer See, Harthsee, Haselbacher See, Großstolpener See, Stausee Rötha sowie das Rückhaltebecken Rötha.
Diese Gebiete bieten Lebensraum für zahlreiche geschützte Arten, darunter Kranich, Rohrdommel, Blaukehlchen, Fischotter, Biber, Springfrosch und Erdkröte. Viele von ihnen reagieren empfindlich auf Störungen und sind auf ruhige Rückzugsorte angewiesen.
Zugleich grenzen mehrere der Seen an bedeutende Schutzgebiete oder liegen innerhalb solcher Gebiete. Dazu zählen unter anderem Flora-Fauna-Habitate (FFH), Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete sowie europäische Vogelschutzgebiete (SPA). Sie sind Teil eines europaweiten Schutzgebietsnetzes und tragen dazu bei, wichtige Lebensräume und die biologische Vielfalt langfristig zu erhalten.
Wer unterstützt uns in diesem Projekt?
Naturbotschafter:innen vor Ort
Eine wichtige Rolle im Projekt übernehmen die ehrenamtlichen Neuseenland-Naturbotschafter:innen (vorherig Neuseenland-Ranger:innen). Sie sind an den verschiedenen Seen des Südraums Leipzig unterwegs, beobachten Entwicklungen, dokumentieren Artenvorkommen und erfassen Nutzungskonflikte.
Damit schaffen sie eine wichtige Verbindung zwischen der Natur vor Ort und den Menschen, die sie nutzen. Ihre Beobachtungen liefern wertvolle Grundlagen für die naturschutzfachliche Arbeit und helfen dabei, Handlungsbedarfe frühzeitig zu erkennen.
Die Koordinierungsstelle begleitet und stärkt dieses Engagement langfristig. Dazu gehören die Betreuung und Schulung der Ehrenamtlichen, gemeinsame Austauschformate sowie die gemeinsame Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen für eine naturverträgliche Nutzung der Seen.
Wer fördert dieses Projekt?
Projektförderung
Das Projekt “Koordinierungsstelle für nachhaltige Besucherlenkung im Leipziger Neuseenland” wird im Rahmen der Förderrichtlinie NE/2023 „Natürliches Erbe“ aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen des GAP-Strategieplans für die Bundesrepublik Deutschland 2023 bis 2027 gefördert. Die Finanzierung erfolgt durch die Europäische Union und den Freistaat Sachsen.
Ihre Ansprechpartner für das Projekt:
Projektleitung
Tel.: 03433 77830-28
laura.hecker@oekostation-borna-birkenhain.de
Projektmitarbeiterin
Tel.: 03433 - 77830-24
melanie.feuerstein@oekostation-borna-birkenhain.de